Impfungen retten Leben
Ein langes, gesundes und aktives Leben – wer wünscht sich das nicht! Um bis ins hohe Alter eine uneingeschränkte Lebensqualität genießen zu können, gilt es Gesundheitsrisiken wie Nikotin, Alkohol und eine ungesunde Ernährung, vor allem aber gefährliche Krankheiten oder schwere Krankheitsverläufe zu verhindern. Kaum eine medizinische Maßnahme hat auf diesem Feld mehr geleistet als Schutzimpfungen. Sie retten Leben.
Impfungen schützen vor Infektionskrankheiten und ihren teils lebenslangen Folgeschäden. Sie senken das Risiko für Komplikationen und Krankenhausaufenthalte, wodurch sich langwierige Behandlungen vermeiden lassen. Impfungen verbessern jedoch nicht nur die persönliche Gesundheit, sie steigern auch den Schutz der Gemeinschaft. Durch die sogenannte Herdenimmunität profitieren bei vielen Infektionskrankheiten auch Personen, die selbst nicht geimpft werden können.
Das kleine Einmaleins der Impfungen
Die Entwicklung von Impfstoffen hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. So gibt es heute wirksame Impfungen gegen Infektionskrankheiten, für die es früher keine Vorsorge gab. Wir haben einmal die wichtigsten Impfungen anhand der Empfehlungen der Ständige Impfkommission (STIKO) übersichtlich zusammengestellt.
Basis-Vorsorge (alle 10 Jahre)
Alle zehn Jahre sollte laut STIKO der Schutz gegen folgende Krankheiten aufgefrischt werden:
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Tetanus (Wundstarrkrampf): Schutz bei Verletzungen zum Beispiel bei der Gartenarbeit
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Diphtherie: Schutz vor schweren Atemwegsinfektionen
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Pertussis (Keuchhusten): Mindestens einmal im Leben sollten Erwachsene den Schutz auffrischen lassen. Dies ist wichtig für den Schutz von Säuglingen im Umfeld.
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Polio (Kinderlähmung): Sicherstellung der Grundimmunisierung
Senioren und chronisch Erkrankte
Im Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems ab. Es braucht eine gezielte Unterstützung. Deshalb empfiehlt die STIKO für Menschen ab 60 und für chronisch Erkrankte ab 50 folgende Impfungen:
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Grippe (Influenza): Jährliche Impfung im Herbst mit einem Hochdosis-Impfstoff
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Pneumokokken: Einmalige Schutzimpfung zum Schutz vor der bakteriellen Lungenentzündung
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Gürtelrose (Herpes Zoster): Schutz vor der schmerzhaften Nervenentzündung. Die Impfung wird in zwei Dosen verabreicht. Bei einer chronischen Erkrankung ist eine Impfung ab dem 18. Lebensjahr möglich.
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COVID-19: Jährliche Auffrischung im Herbst mit einem an die neuen Varianten angepassten Impfstoff.
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Respiratorisches Syncytial-Virus (RSV): Ab 75 Jahren bzw. ab 60 Jahren bei Vorerkrankungen empfiehlt die STIKO die Impfung zum Schutz vor schweren Atemwegsinfektionen.
Besondere Empfehlungen
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FSME (Zeckenschutz): Zecken übertragen gefährliche Krankheiten. Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gibt es eine Impfung. Sie wird für Personen empfohlen, die sich in FSME-Risikogebieten häufig draußen aufhalten. Die Risikogebiete breiten sich seit Jahren von Süddeutschland nach Norden aus. Solingen wird schon seit einigen Jahren als FSME-Risikogebiet eingestuft.
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Masern: Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung für Patienten, die nach 1970 geboren sind und deren Impfstatus ungeklärt ist. Bei Personen, die Patientenkontakt haben oder in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kitas oder Heimen arbeiten, werden zwei Impfungen empfohlen.
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Reiseimpfungen: Je nach Urlaubsland werden Impfungen empfohlen, deren Nachweis teilweise für die Einreise erforderlich ist. Das gilt zum Beispiel für Hepatitis A/B, Gelbfieber oder Typhus. Eine reisemedizinische Beratung ist als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) möglich.
Liebe Patientinnen, liebe Patienten,
denken Sie bitte daran, bei Ihrem nächsten Termin Ihren Impfausweis kontrollieren zu lassen, damit Sie fehlende Impfungen zeitnah nachholen können.